• Religiöse Kunst und historische Zeugnisse in Rottenburg und Sülchen

    Abfahrt: Stuttgart, Konrad-Adenauer-Straße, Parkbucht beim Haus der Geschichte

    Ziel unserer Tagesfahrt ist Rottenburg am Neckar, das als Teil der einstigen Grafschaft Hohenberg im 14. Jahrhundert an die Habsburger fiel und 1805 an Württemberg kam. Mit der Gründung der Diözese Rottenburg-Stuttgart 1821 wurde Rottenburg Bischofssitz. Das Museum der Diözese gehört zu den ältesten Institutionen seiner Art und beherbergt eine der bedeutendsten Bestände mittelalterlicher Kunst in Baden-Württemberg. Begründet wurde es 1862, als der Rottweiler Pfarrer Johann Georg Martin Dursch seine Sammlung altschwäbischer Malerei an Joseph von Lipp, den damaligen Bischof von Rottenburg, verkaufte. Seitdem stetig gewachsen, präsentiert das Museum heute neben einer reichen Auswahl spätmittelalterlicher Malerei und Skulptur eine eindrucksvolle Sammlung sakraler Schatzkunst, herausragende Beispiele der Volkskunst wie auch die größte Reliquienglassammlung im deutschsprachigen Raum. Im letzten Jahr wurde das Museum, das in der ehemaligen Klosterkirche des Karmeliterklosters untergebracht ist, umgebaut und die Sammlung neu aufgestellt. Im Rahmen einer exklusiven Führung können wir das einzigartige Museum und seine Bestände kennenlernen.
    Nach einem Gang durch die Altstadt und dem Mittagessen werden wir das Diözesanarchiv besuchen, das im Gebäude des Bischöflichen Ordinariats untergebracht ist und das kirchliche Archivgut der Diözese Rottenburg-Stuttgart verwahrt. Wir erhalten dort einen Einblick in Zuständigkeit und Bestände des Archivs und sehen wertvolle Originale. Anschließend fahren wir nach Weggental; die Wallfahrtskirche präsentiert sich als prächtige Barockkirche und frühes Beispiel des Vorarlberger Münsterbauschemas. Von dort geht es nach Sülchen. Die heutige Sülchenkirche, entstanden um 1450, zeigt Reste des romanischen Kirchenbaus des 12. Jahrhunderts. Bei Grabungen ab 2012 entdeckten ArchäologInnen den seltenen Fund einer dreischiffigen Pfeilerbasilika aus der Zeit um 1000 n. Chr. als Vorgängerbau. Die noch ältere, bei den archäologischen Untersuchungen nachgewiesene kleine Steinkirche geht auf das 7. Jahrhundert zurück. Mit dem Fund des darunterliegenden Friedhofs, der in das 6. Jahrhundert datiert, ist belegt, dass Sülchen seit 1500 Jahren als Bestattungsplatz dient. Das 2017 eröffnete und mit Führung zugängliche Sülchen-Museum, eine Zweigstelle des Diözesanmuseums, präsentiert in der Unterkirche eine multimediale Ausstellung und zeigt die bei den Grabungsarbeiten 2011 bis 2017 gefundenen archäologischen Kunstschätze. Die Grablege der Rottenburger Bischöfe ist Teil der Neugestaltung in der Unterkirche. -
    Leitung: Dr. Nicole Bickhoff, Stuttgart; örtliche Führungen: Prof. Dr. Melanie Prange, Leiterin des Diözesanmuseums; Angela Erbacher, Leiterin des Diözesanarchivs; Archäologe Matthias Raidt, Diözesanmuseum Rottenburg

    Euro58,00
  • Mittelalterliches Flair und oberschwäbischer Barock: Isny im Allgäu

    Abfahrt: Stuttgart, Konrad-Adenauer-Straße, Parkbucht beim Haus der Geschichte

    Die Tagesexkursion führt uns an die baden-württembergische-bayerische Landesgrenze und die Hauptroute der oberschwäbischen Barockstraße. Ziel ist Isny, die ehemalige Reichsstadt, heute ein heilklimatischer Kurort im Landkreis Ravensburg. Die Stadt beeindruckt mit seinen mächtigen Türmen vor einem malerischen Alpenpanorama: Zusammen mit der Stadtmauer, den Toren und Gebäuden erzählen sie die fast 1000 Jahre alte Geschichte der mittelalterlichen Gründungsstadt. Bei einer fachkundigen Führung erfahren wir mehr über die bewegte Historie und erkunden die Altstadt, die in ihrer Gesamtheit unter Denkmalschutz steht.

    Ein absolutes Highlight in Isny ist die Predigerbücherei, die am Nachmittag auf unserem Programm steht. Die sogenannte Prädikantenbibliothek, die auf eine Stiftung der Isnyer Prädikantenstelle (Predigerstelle) durch den Konstanzer Domherrn Johann Guldin 1462 zurückgeht, befindet sich im gewölbten Raum über der Sakristei der Nikolaikirche. Einrichtung und Bestand sind fast originalgetreu erhalten und gelten als „bibliothekarisches Gesamtdenkmal“. Die Sammlung umfasst 70 Handschriften, darunter das Isnyer Graduale von ca. 1200, 171 Inkunabeln und etwa 2.400 Druckwerke des 16. bis 18. Jahrhunderts, unter denen sich auch Schriften der Reformatoren Luther und Melanchthon befinden. Da aufgrund der räumlichen Enge in der Bibliothek die Gruppe auf zwei Führungen aufgeteilt werden muss, hat die jeweils andere Gruppe die Gelegenheit, das Schloss Isny zu besuchen. Das Schloss war Kloster, Grafensitz und Bürgerspital; heute beherbergt es unter anderem das Stadtmuseum. Die Präsentation zur Stadt- und Regionalgeschichte wurde 2024 neu gestaltet. – Auf dem Rückweg werden wir bei gutem Wetter noch einen Stopp am Schloss Zeil bei Leutkirch einlegen, um von der Schlossterrasse den Blick bis zu den Alpen zu genießen. -

    Leitung: Dr. Silke Schöttle, Ravensburg, Dr. Nicole Bickhoff, Stuttgart; örtliche Führungen: Dr. Alexandra Fesseler und Jan Zingg, Isny

    Euro78,00
  • Staufisches Erbe an Neckar, Jagst und Kocher: Bad Friedrichshall und Bad Wimpfen

    Abfahrt: Stuttgart, Konrad-Adenauer-Straße, Parkbucht beim Haus der Geschichte

    Auf einem Bergsporn über dem Neckar erbauten die Staufer um 1200 eine Kaiserpfalz, die als größte Anlage ihrer Art nördlich der Alpen erhalten geblieben ist. Dank ihrer verkehrsgünstigen Lage entwickelte sich die bald danach gegründete Siedlung Wimpfen am Berg rasch zu einer prosperierenden Reichsstadt. In ihren Mauern lebt das staufische Erbe bis heute fort. Aber auch das Umland ist von der legendären Dynastie geprägt, wo ihre Ministerialen für die Verwaltung und den Schutz der Reichsgüter verantwortlich waren. Unter ihnen spielte der spätere Burggraf Wilhelm von Wimpfen, der den Herren von Kochendorf entstammte, eine bedeutende Rolle. Auch nach dem Untergang der Staufer blieb die Region an Neckar, Jagst und Kocher eine vielgestaltige Adelslandschaft, die es auf unserer Fahrt zu entdecken gilt. -

    Einen ersten Halt werden wir in Bad Friedrichshall einlegen, dessen Stadtteil Kochendorf mit gleich drei Schlössern aufwartet. Das auf einer Anhöhe thronende Greckenschloss wurde um 1600 von Wolf Konrad Greck II. von Kochendorf im Stil der Renaissance errichtet. Die imposante zweiflügelige Anlage mit Treppenturm und geschweiften Volutengiebeln umschließt zwei Höfe. In der Mitte des 18. Jahrhunderts gelangte das Schloss in den Besitz des Ritterkantons Odenwald, der hier seine Kanzlei und eine Ritterschule unterbrachte. Heute wird es von städtischen Einrichtungen genutzt. Der zweite Schlossbau, der aus einer mittelalterlichen Wasserburg am Ufer des Kochers hervorging, ist das Schloss Lehen (1553). Der dazugehörige Meierhof beeindruckt mit Ringmauer und Rundtürmen. Ihm gegenüber erhebt sich das barocke St. Andrésche Schlösschen (1710), in dessen Hof die Kochendorfer fast ein zu Beginn des 19. Jahrhunderts später den Huldigungseid auf den württembergischen König Friedrich leisteten. Nicht zuletzt besticht das Alte Rathaus mit reichem Holzschnitzwerk. -

    Der Lautenbacher Hof, südlich von Oedheim, ist nur wenigen landeskundlich Interessierten Insidern bekannt. Umso mehr lohnt sich ein Abstecher zu dem herrschaftlichen Gutshof, der bereits 1335 urkundlich bezeugt ist und sich über längere Zeit im Besitz des Deutschen Ordens und der Reichsstadt Heilbronn befand. Durch Kauf gelangte er 1823 an die Freiherren von Wächter, die als Diplomaten und Minister in württembergischen Diensten standen. Sie etablierten in Lautenbach ein landwirtschaftliches Mustergut und entfalteten ein bemerkenswertes karitatives Engagement, das der Region zugutekam. Unter August Freiherr von Wächter entstand Ende des 19. Jahrhunderts ein Schloss im Stil der Neorenaissance. Es bildet den Mittelpunkt der eindrucksvollen Anlage, die durch Schlosspark und Ökonomiebauten vervollständigt wird. -

    Nach dem Mittagessen (3-Gänge-Buffet, im Reisepreis inbegriffen) in der Klosterschänke in Bad Wimpfen im Tal steht eine Führung durch die einstige Ritterstiftskirche St. Peter, einem Meisterwerk sakraler Architektur, auf dem Programm. Auch der kunstvoll gestaltete Kreuzgang, der einst Nikolaus Lenau zu seinem Gedicht „Das Vogelnest“ inspirierte, wird zu sehen sein. Die auf dem Terrain eines römischen Kastells entstandene, mauerumwehrte Talsiedlung ist älter als die staufische Bergstadt. So reicht das romanische Westwerk der Stiftskirche ins frühe 11. Jahrhundert zurück. Seit 1269 wurde der dreischiffige Bau gotisch umgestaltet, aber erst im späten Mittelalter vollendet. Das reichsunmittelbare Stift bestand bis zum Ende des Alten Reiches. Nach dem Zweiten Weltkrieg fanden vertriebene Benediktiner aus der schlesischen Abtei Grüssau in Bad Wimpfen eine neue Heimat. Aufgrund der schwindenden Zahl der Mönche musste das monastische Leben jedoch 2006 aufgegeben werden.

    Die abschließende Führung durch Bad Wimpfens Altstadt mit ihren malerischen Fachwerkhäusern und Brunnen ist ein besonderes Highlight unserer Fahrt. Schon die markante Silhouette der vom Blauen Turm überragten Stadt mit den Arkaden des staufischen Palas, dem Steinhaus und dem Roten Turm wecken Neugier auf eine reiche Geschichte. Und in der Tat überraschen auch die Pfalzkapelle, das Alte Spital, die zweitürmige Evangelische Stadtkirche und das ehemalige Dominikanerkloster mit meisterhafter Architektur und prächtigen Kunstschätzen. -

    Leitung: Dr. Nicole Bickhoff, Stuttgart, und Dr. Albrecht Ernst, Mosbach;
    örtliche Führungen: Wolfgang Dürr (Bad Friedrichshall), Matthias Jochim (Oedheim), Markus Blüm (Kloster Bad Wimpfen), Günther Haberhauer (Bad Wimpfen

    Euro79,00