• Dr. Amelie Bieg, Würzburg: „…vorschnelle Aufklärungs- und Verbesserungsabsichten?“ Die aufklärerische Kirchenpolitk König Friedrichs und ihre Folgen für die katholische Bevölkerung Neuwürttembergs

    Hauptstaatsarchiv Stuttgart Konrad-Adenauer-Straße 4, Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland

    Infolge von Säkularisation und Mediatisierung 1803/06 gewann das protestantische Württemberg eine große Zahl katholischer Untertanen hinzu, die rund ein Drittel der Gesamtbevölkerung des Königreichs ausmachten. Die Regierung unter König Friedrich zwang die katholische Kirche in ein strenges Staatskirchentum und unterstützte maßgeblich die katholische Aufklärung. In der Folge wurden zahlreiche Verordnungen erlassen, die beispielsweise Feiertage abschaffen, Wallfahrten verbieten und die Marienverehrung einschränken sollten. Diese Politik rief bei der katholischen Bevölkerung vielfachen Widerstand hervor, der zu Konflikten mit der neuen Obrigkeit führte. Der Vortrag beleuchtet die aufklärerische Kirchenpolitik in Bezug auf die katholische Kirche und die daraus entstehenden Auseinandersetzungen. - Dr. Amelie Bieg ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Kirchengeschichte des Mittelalters und der Neuzeit der Universität Würzburg.

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  • Prof. Dr. Prof. h. c. mult. Eva-Maria Seng, Stuttgart: Die Pall Mall. Von der Sportbahn zur städtischen Vergnügungsmeile

    Hauptstaatsarchiv Stuttgart Konrad-Adenauer-Straße 4, Stuttgart, Baden-Württemberg, Deutschland

    Auf zahlreichen alten europäischen Stadtplänen finden sich breite, von Baumreihen gesäumte Bahnen, die man für Alleen halten könnte. Diese scheinbaren Alleen verbinden aber nicht zwei Orte, sondern enden abrupt in der Landschaft: Es handelt sich dabei nämlich um Sportbahnen, sogenannte Pallamaggio-Anlagen. Das Ballspiel Pallamaglio, das man auf diesen Bahnen in verschiedenen Varianten ausübte, gehörte in Europa vom 16. bis zum 18. Jahrhundert zu den beliebtesten Spielen. Auch in Stuttgart war es aktuell: Zu Beginn des 17. Jahrhunderts legte der herzogliche Baumeister Heinrich Schickhardt eine der größten und repräsentativsten Paille-Maille-Anlagen an. Sie war Teil der ansehnlichen Sportanlagen, die sich die württembergischen Herzöge seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert im fürstlichen Lustgarten erbauen ließen. Die Sportbahnen wurden zu einem Ausgangspunkt politischer, gesellschaftlicher, kultureller und stadtplanerischer Prozesse. Der Vortrag untersucht die Sportstätten als ein Ort der Begegnung zwischen Adel und städtischen Oberschichten, als sozioökonomischer Faktor für neue Unterhaltungseinrichtungen und Gewerbe, als Raum für neue Praktiken der Körperkultur und Naherholung sowie schließlich als Motor der Öffnung der Städte in ihre Umgebung und Ausgangspunkt für die Stadterweiterung. - Prof. Dr. Prof. h.c. mult. Eva-Maria Seng ist Kunsthistorikerin und Kulturwissenschaftlerin mit den Schwerpunkten Architektur und Städtebau, Landschaftsgestaltung, materielles und immaterielles Kulturerbe, Digital Humanities und Museums- und Ausstellungswesen. Seit 2024 ist sie Rektorin der Staatlichen Akademie der Bildenden Künste Stuttgart.

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