Mitgliederversammlung

Hauptstaatsarchiv Stuttgart Konrad-Adenauer-Straße 4, Stuttgart, Baden-Württemberg
Kostenlos

Prof. Dr. Horst Carl, Gießen: Mittelalterliches Relikt oder zukunftsweisendes Modell? Der Schwäbische Bund als Landesfriedenswahrer im Heiligen Römischen Reich

Hauptstaatsarchiv Stuttgart Konrad-Adenauer-Straße 4, Stuttgart, Baden-Württemberg

Der Schwäbische Bund, 1488 als Zusammenschluss schwäbischer Reichsstände gegründet, wird sicherlich in den Bauernkriegsjubiläen 2025 wieder zu einiger Bekanntheit gelangen, da es vor allem das von ihm organisierte Heer gewesen ist, das den Bauernaufstand in Württemberg und Franken blutig beendete. Es wäre jedoch zu kurz gegriffen, darauf seine geschichtliche Bedeutung einzugrenzen. In den knapp 50 Jahren seines Bestehens bis 1534 hat der Schwäbische Bund die südwestdeutsche Geschichte in vielerlei Hinsicht geprägt; mit seiner Organisation föderativer Landfriedenswahrung hat er aber auch die Umgestaltung des Heiligen Römischen Reiches beschleunigt. Seine landesgeschichtlichen Wirkungen hingegen sind nicht nur wegen Bauernkrieg und Reformation umstritten. Der Vortrag möchte die Bedeutung dieser verfassungsgeschichtlich bedeutendsten Einung der älteren deutschen Geschichte in Erinnerung rufen.

Kostenlos

Dr. Annika Stello, Karlsruhe: Verschlungene Wege – Reuchlins Bücher und ihr Nachleben

Hauptstaatsarchiv Stuttgart Konrad-Adenauer-Straße 4, Stuttgart, Baden-Württemberg

Die Bibliothek des Philologen und Humanisten Johannes Reuchlin war schon zu seinen Lebzeiten berühmt. Insbesondere seine Sammlung griechischer und hebräischer Bücher erregte das Interesse der Gelehrten. Waren bereits die Wege dieser Bücher in Reuchlins Besitz vielfältig und nicht immer geradlinig, so erlebte seine Sammlung in den folgenden Jahrhunderten ein noch bewegteres Schicksal. Wenngleich nicht völlig ungewöhnlich, ist das Nachleben der Reuchlinischen Bibliothek doch erstaunlich gut dokumentiert. So lassen sich die verschlungenen Wege von Reuchlins Quellen über spätere Benutzer bis hin zu heutigen Standorten für die Sammlung, aber auch für einzelne Bücher über 500 Jahre fast vollständig nachzeichnen.
Dr. Annika Stello ist Referentin für Historische Bestände in der Badischen Landesbibliothek Karlsruhe.

Kostenlos

Führung im Institut der Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung

Institut für Geschichte der Medizin Straußweg 17, Stuttgart

Das Institut für die Geschichte der Medizin der Robert Bosch Stiftung (IGM) mit Sitz in Stuttgart ist eine einzigartige Forschungseinrichtung. Zum IGM gehören eine umfangreiche Spezialbibliothek mit mehr als 12.000 Bänden zur Geschichte der Homöopathie und mehr als 65.000 Publikationen zur Medizingeschichte sowie ein „Homöopathie-Archiv“, das den Nachlass von Samuel Hahnemann und wichtiger Schüler und Nachfolger, insbesondere von Clemens von Bönnighausen, aufbewahrt. Außerdem befindet sich im Archiv die Überlieferung internationaler und nationaler Organisationen von Homöopathen. Dementsprechend hat das IMG einen besonderen Schwerpunkt im Bereich der Geschichte der Homöopathie und des Pluralismus in der Medizin.

Seit 2020 fungiert das 1980 gegründete Institut als Gesamtarchiv der Robert Bosch Stiftung und ihrer Einrichtungen, zu denen unter anderen das Robert Bosch Krankenhaus, das Dr. Margarete Fischer-Bosch-Institut für Klinische Pharmakologie und die Robert Bosch Academy gehören. Es hat die Aufgabe, das Erbe Robert Boschs in all seinen Facetten zu bewahren und zu pflegen. – Führung mit Leiterin Dr. Marion Baschin, Stuttgart

Euro5

Dr. Erwin Frauenknecht, Stuttgart: Schirm, Schutz und Rivalität. Das Kloster Maulbronn, die Pfalzgrafschaft und Württemberg im späten Mittelalter

Hauptstaatsarchiv Stuttgart Konrad-Adenauer-Straße 4, Stuttgart, Baden-Württemberg

Das mächtige Zisterzienserkloster Maulbronn benötigte, wie im Mittelalter üblich, für seine weltlichen Belange einen Vogt. Dieser meist adelige Vertreter sollte für "Schutz und Schirm" sorgen, und häufig wandelte sich die Vogtei zu einem politischen Instrument. Das Kloster Maulbronn geriet im 15. Jahrhundert immer mehr in den spannungsgeladenen Konflikt zwischen der Kurpfalz und der Grafschaft Württemberg. Maulbronn wurde zunehmend Zankapfel zwischen beiden Territorien. Der Vortrag beleuchtet die wechselvolle Rivalität um das Kloster in jener Zeit.

Kostenlos