<.> Ein Rundgang unter fundierter Leitung erschließt 700 Jahrhunderte Geschichte und Architektur: Das gotische Münster mit klassizistischer Alabaster-Ausstattung und wertvollem Chorgestühl, die Konventsgebäude und die "Wunder des Stucks" im Bernhardusgang, das Sommerrefektorium sowie die prachtvollen Innenräume des Schlosses mit Kaisersaal und den privaten Räumen des Abts. <.><.> Nur wenige Kilometer von Salem entfernt erhebt sich die als "Basilika Birnau" bekannte Kirche St. Marien. Sie zählt zu den wichtigsten barocken Wallfahrtskirchen der Region. Sie wurde für die Reichsabtei Salem von 1742 bis 1750 unter der Leitung des führenden Barock-Architekten Peter Thumb errichtet auf einem hoch und malerisch gelegenen Ufervorsprung inmitten der Kloster-Weinberge und in der Nähe von Schloss Maurach, das dem Kloster als Wirtschaftsgebäude diente. Die Kirche erhielt eine reiche barocke Ausstattung mit Fresken von Gottfried Bernhard sowie Stuckaturen, Altären und Skulpturen von Joseph Anton Feuchtmayer. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 fiel Birnau mit der aufgelösten Reichsabtei Salem an die Markgrafschaft Baden. Das Kloster Birnau wurde geschlossen und die Kirche verfiel. 1919 erwarb die Bregenzer Territorialabtei Wettingen-Mehrerau die Wallfahrtskirche Birnau und Schloss Maurach. Nach einer aufwendigen Renovierung wurde der Wallfahrtsbetrieb wieder aufgenommen; die Basilika Birnau wurde rasch zu einem wichtigen Ziel für Pilger und kunsthistorisch Interessierte. <.><.> Zahlreiche Sehenswürdigkeiten - und die längste Uferpromenade am Bodensee - bietet die einstige freie Reichsstadt Überlingen. Das Wahrzeichen der Stadt ist das Münster St. Nikolaus, der größte spätgotische Bau am Bodensee. Die imposante Kirche schmückt ein monumentaler Holzaltar des Bildhauers und Schnitzers Jörg Zürn aus der Zeit der Spätrenaissance. Ebenfalls aus der Zeit der Renaissance stammt das Rathaus mit seinem prächtigen Saal, den Holzschnitzfiguren von Jakob Russ zieren. Zu den schönsten Renaissancegebäuden am Bodensee zählt die alte Stadtkanzlei; das repräsentative Gebäude am Münsterplatz beherbergt heute das Stadtarchiv. Das einstige Handels- und Kornhaus Greth ist seit seiner Sanierung 1998 eines der markantesten Kulturdenkmäler der Stadt. Erstmals 1421 urkundlich nachgewiesen, wurde es 1788 umgestaltet und weist Stilelemente der Übergangsperiode vom Barock zum Klassizismus auf. <.><.> Nach der Übernachtung in Überlingen steht am zweiten Tag - nach einem kurzen Stopp in Bodman - die Halbinsel Höri auf dem Programm mit den vielen reizvollen Spuren der zahlreichen Künstler, die sich auf der Suche nach Inspiration oder künstlerischer Abgeschiedenheit von der einmaligen Lage angezogen fühlten und mal kürzer, mal länger hier niederließen. Nachdem sich zunächst Hermann Hesse1904 in Gaienhofen angesiedelt hatte, wurde die Höri aufgrund der Nähe zur Schweizer Grenze nach 1933 auch Zufluchtsort für verfolgte Künstler wie Otto Dix, Helmut Macke, Erich Heckel und Max Ackermann. <.><.> Hermann Hesse, frisch verheiratet und seine ersten literarischen Erfolge feiernd, zog nach Gaienhofen, um dort ein einfaches Leben auf dem Land zu führen. Zuvor hatte er an verschiedenen, häufig wechselnden Orten gelebt. Mit dem Gaienhofener Umweg, wie er seine acht Jahre am Bodensee später nannte, war die Hoffnung auf Stabilität und Beheimatung verbunden. Zunächst bezog er ein schlichtes Bauernhaus am Gaienhofener Dorfplatz, die erste Zuflucht meiner jungen Ehe und erste legitime Werkstatt meines Berufs, wie Hesse schrieb. Das Hesse-Haus gehört heute zum Hesse Museum und beherbergt die Ausstellung "Gaienhofener Umwege. Hermann Hesse und sein 1. Haus". Im Haupthaus konzentriert sich das Museum mit seiner Sammlung auf die Kunst- und Literaturlandschaft der Höri. Beide Ausstellungen wurden 2014 bzw. 2015 neu konzipiert und gestaltet. <.><.> 1907 erwarb Hermann Hesse im Gewann "zum alten Bach" ein großzügiges Grundstück und ließ durch den Basler Architekten Hans Hindermann ein Haus errichten - das einzige Haus, das Hesse je selbst bauen ließ. Über das Haus schrieb der Schriftsteller: ... die Lage ist sehr schön, Quellwasser ganz nahe, das ganze 3 Minuten zum Dorf, mit weiter Seeaussicht nach 2 Seiten. Das Häusle wird bis zum 1. Stock massiv gemauert, oben Fachwerk und wahrscheinlich Schindelbekleidung, 7 - 8 Zimmer ohne Nebenräume. Der Boden ... gibt einen guten Garten. Im Herbst 1912 verkaufte Hesse Haus und Grundstück und zog mit seiner Familie nach Bern. Nach einer wechselvollen Geschichte kauften 2003 die heutigen Besitzer das Haus und ließen es umfangreich und in enger Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden restaurieren und instandsetzen, wofür sie 2005 den Denkmalpreis des Landes Baden-Württemberg erhielten. Im Rahmen einer Führung sind die einstigen Wohnräume sowie der Bauerngarten für Besucher zugänglich. <.><.> Den Abschluss der Fahrt bildet der Besuch im Museum Haus Dix in Gaienhofen-Hemmenhofen. Das ehemalige Wohnhaus der Familie Dix bietet nicht nur einen wunderbaren Blick auf den See, sondern auch die einzigartige Gelegenheit, das Umfeld und den Lebensmittelpunkt eines der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts kennen zu lernen. <.><.> Geboren 1891 in Gera, wurde Otto Dix in den 1920er Jahren zum führenden Repräsentanten der Neuen Sachlichkeit. Während des Dritten Reichs verlor er als einer der ersten in Deutschland 1933 seine Professur, die er an der Dresdner Akademie innegehabt hatte. Daraufhin siedelte er mit seiner Frau Martha und den drei Kindern Nelly, Ursus und Jan nach Randegg über. 1936 bezog die Familie ihr Wohnhaus in Hemmenhofen. Bis zu seinem Tod 1969 wohnte und arbeitete Otto Dix hier und widmete sich in seinen Arbeiten zunehmend der Landschaft am Bodensee. 2005 wurde das Ensemble Haus und Garten Dix in das Denkmalbuch des Landes Baden-Württemberg eingetragen. Im Juni 2013 übergab die Otto-Dix-Haus Stiftung, die das Anwesen 2010 erworben hatte, an das Kunstmuseum Stuttgart." />Kunst, Kultur und Klöster am Bodensee - Württembergischer Geschichts- und Altertumsverein e. V.

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Die Stuttgarter Prachtstraße ist zweifelsohne die Königstraße. Wie hieß diese Straße ursprünglich?

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Kunst, Kultur und Klöster am Bodensee

Termin:27. bis 28. September 2019
Leitung: Dr. Nicole Bickhoff, Stuttgart; qualifizierte Führungen vor Ort
Abfahrt: 8.00 Uhr, Stuttgart, Konrad-Adenauer-Straße, Parkbucht unterhalb des Hauses der Geschichte
Rückkehr: ca. 19.30 Uhr in Stuttgart
Kosten (ohne Seeblick): 220,00 € im DZ / 240,00 € im EZ
Kosten (mit Seeblick): 230,00 € im DZ / 250,00 € im EZ
Im Preis inbegriffen: Fahrt im komfortablen Reisebus, Übernachtung im 4*-"Bad-Hotel" in Überlingen inkl. Frühstück und 3-Gang-Abendessen, sämtliche Eintritte und Führungen
Hinweis: Reservierung der gewünschten Zimmerkategorie nach Verfügbarkeit.

Verbindliche  Anmeldung bis 31.07.2019


Die zweitägige Studienfahrt hat einen besonders reizvollen und an Kulturschätzen reichen Landstrich Südwestdeutschlands zum Ziel. Sie führt zu beeindruckenden Klöstern, in die einstige Reichsstadt Überlingen sowie auf die an Zeugnissen der Kunst und Kultur reiche Halbinsel Höri.

Das erste Ziel der Exkursion ist das einstige Zisterzienserkloster Salem; das eindrucksvolle Ensemble mit mittelalterlicher Kirche und barocken Klostergebäuden gehört zu den herausragenden Kulturdenkmalen des Landes. Die frühere Reichsabtei war die wohlhabendste und bedeutendste reichsunmittelbare Abtei des Bodenseeraums. Das 1137/1138 gegründete Kloster konnte im späten Mittelalter seine Privilegien und die Stellung innerhalb des Ordens weit ausbauen. Im 17. Jahrhundert von Kriegen bedrängt und durch einen Brand fast vollständig zerstört, erlebte es im 18. Jahrhundert seine zweite Blütezeit. 1802 ging die Klosteranlage im Zuge der Säkularisation in den Besitz der Markgrafen von Baden über. Seither trägt die Anlage den Namen "Schloss Salem" und dient als Wohnsitz der markgräflichen Familie sowie seit 1920 als Sitz des Internats Schule Schloss Salem. Im Frühjahr 2009 veräußerte das Haus Baden den größten Teil der Anlage an das Land Baden-Württemberg.

Ein Rundgang unter fundierter Leitung erschließt 700 Jahrhunderte Geschichte und Architektur: Das gotische Münster mit klassizistischer Alabaster-Ausstattung und wertvollem Chorgestühl, die Konventsgebäude und die "Wunder des Stucks" im Bernhardusgang, das Sommerrefektorium sowie die prachtvollen Innenräume des Schlosses mit Kaisersaal und den privaten Räumen des Abts.

Nur wenige Kilometer von Salem entfernt erhebt sich die als "Basilika Birnau" bekannte Kirche St. Marien. Sie zählt zu den wichtigsten barocken Wallfahrtskirchen der Region. Sie wurde für die Reichsabtei Salem von 1742 bis 1750 unter der Leitung des führenden Barock-Architekten Peter Thumb errichtet auf einem hoch und malerisch gelegenen Ufervorsprung inmitten der Kloster-Weinberge und in der Nähe von Schloss Maurach, das dem Kloster als Wirtschaftsgebäude diente. Die Kirche erhielt eine reiche barocke Ausstattung mit Fresken von Gottfried Bernhard sowie Stuckaturen, Altären und Skulpturen von Joseph Anton Feuchtmayer. Nach dem Reichsdeputationshauptschluss 1803 fiel Birnau mit der aufgelösten Reichsabtei Salem an die Markgrafschaft Baden. Das Kloster Birnau wurde geschlossen und die Kirche verfiel. 1919 erwarb die Bregenzer Territorialabtei Wettingen-Mehrerau die Wallfahrtskirche Birnau und Schloss Maurach. Nach einer aufwendigen Renovierung wurde der Wallfahrtsbetrieb wieder aufgenommen; die Basilika Birnau wurde rasch zu einem wichtigen Ziel für Pilger und kunsthistorisch Interessierte.

Zahlreiche Sehenswürdigkeiten - und die längste Uferpromenade am Bodensee - bietet die einstige freie Reichsstadt Überlingen. Das Wahrzeichen der Stadt ist das Münster St. Nikolaus, der größte spätgotische Bau am Bodensee. Die imposante Kirche schmückt ein monumentaler Holzaltar des Bildhauers und Schnitzers Jörg Zürn aus der Zeit der Spätrenaissance. Ebenfalls aus der Zeit der Renaissance stammt das Rathaus mit seinem prächtigen Saal, den Holzschnitzfiguren von Jakob Russ zieren. Zu den schönsten Renaissancegebäuden am Bodensee zählt die alte Stadtkanzlei; das repräsentative Gebäude am Münsterplatz beherbergt heute das Stadtarchiv. Das einstige Handels- und Kornhaus Greth ist seit seiner Sanierung 1998 eines der markantesten Kulturdenkmäler der Stadt. Erstmals 1421 urkundlich nachgewiesen, wurde es 1788 umgestaltet und weist Stilelemente der Übergangsperiode vom Barock zum Klassizismus auf.

Nach der Übernachtung in Überlingen steht am zweiten Tag - nach einem kurzen Stopp in Bodman - die Halbinsel Höri auf dem Programm mit den vielen reizvollen Spuren der zahlreichen Künstler, die sich auf der Suche nach Inspiration oder künstlerischer Abgeschiedenheit von der einmaligen Lage angezogen fühlten und mal kürzer, mal länger hier niederließen. Nachdem sich zunächst Hermann Hesse1904 in Gaienhofen angesiedelt hatte, wurde die Höri aufgrund der Nähe zur Schweizer Grenze nach 1933 auch Zufluchtsort für verfolgte Künstler wie Otto Dix, Helmut Macke, Erich Heckel und Max Ackermann.

Hermann Hesse, frisch verheiratet und seine ersten literarischen Erfolge feiernd, zog nach Gaienhofen, um dort ein einfaches Leben auf dem Land zu führen. Zuvor hatte er an verschiedenen, häufig wechselnden Orten gelebt. Mit dem Gaienhofener Umweg, wie er seine acht Jahre am Bodensee später nannte, war die Hoffnung auf Stabilität und Beheimatung verbunden. Zunächst bezog er ein schlichtes Bauernhaus am Gaienhofener Dorfplatz, die erste Zuflucht meiner jungen Ehe und erste legitime Werkstatt meines Berufs, wie Hesse schrieb. Das Hesse-Haus gehört heute zum Hesse Museum und beherbergt die Ausstellung "Gaienhofener Umwege. Hermann Hesse und sein 1. Haus". Im Haupthaus konzentriert sich das Museum mit seiner Sammlung auf die Kunst- und Literaturlandschaft der Höri. Beide Ausstellungen wurden 2014 bzw. 2015 neu konzipiert und gestaltet.

1907 erwarb Hermann Hesse im Gewann "zum alten Bach" ein großzügiges Grundstück und ließ durch den Basler Architekten Hans Hindermann ein Haus errichten - das einzige Haus, das Hesse je selbst bauen ließ. Über das Haus schrieb der Schriftsteller: ... die Lage ist sehr schön, Quellwasser ganz nahe, das ganze 3 Minuten zum Dorf, mit weiter Seeaussicht nach 2 Seiten. Das Häusle wird bis zum 1. Stock massiv gemauert, oben Fachwerk und wahrscheinlich Schindelbekleidung, 7 - 8 Zimmer ohne Nebenräume. Der Boden ... gibt einen guten Garten. Im Herbst 1912 verkaufte Hesse Haus und Grundstück und zog mit seiner Familie nach Bern. Nach einer wechselvollen Geschichte kauften 2003 die heutigen Besitzer das Haus und ließen es umfangreich und in enger Abstimmung mit den Denkmalschutzbehörden restaurieren und instandsetzen, wofür sie 2005 den Denkmalpreis des Landes Baden-Württemberg erhielten. Im Rahmen einer Führung sind die einstigen Wohnräume sowie der Bauerngarten für Besucher zugänglich.

Den Abschluss der Fahrt bildet der Besuch im Museum Haus Dix in Gaienhofen-Hemmenhofen. Das ehemalige Wohnhaus der Familie Dix bietet nicht nur einen wunderbaren Blick auf den See, sondern auch die einzigartige Gelegenheit, das Umfeld und den Lebensmittelpunkt eines der bedeutendsten Künstler des 20. Jahrhunderts kennen zu lernen.

Geboren 1891 in Gera, wurde Otto Dix in den 1920er Jahren zum führenden Repräsentanten der Neuen Sachlichkeit. Während des Dritten Reichs verlor er als einer der ersten in Deutschland 1933 seine Professur, die er an der Dresdner Akademie innegehabt hatte. Daraufhin siedelte er mit seiner Frau Martha und den drei Kindern Nelly, Ursus und Jan nach Randegg über. 1936 bezog die Familie ihr Wohnhaus in Hemmenhofen. Bis zu seinem Tod 1969 wohnte und arbeitete Otto Dix hier und widmete sich in seinen Arbeiten zunehmend der Landschaft am Bodensee. 2005 wurde das Ensemble Haus und Garten Dix in das Denkmalbuch des Landes Baden-Württemberg eingetragen. Im Juni 2013 übergab die Otto-Dix-Haus Stiftung, die das Anwesen 2010 erworben hatte, an das Kunstmuseum Stuttgart.

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