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"Droben stehet die Kapelle, schauet still ins Tal hinab" - wo liegt die von Ludwig Uhland so melancholisch geschilderte Kapelle?

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Im Dienste des Hauses und des Staates Württemberg: Philipp Christian Graf von Normann-Ehrenfels (1756-1817)

Termin:Donnerstag, 18. Mai 2017, 18.00 Uhr
Referentin: Prof. Dr. Ina Ulrike Paul, München
Sprecher: Peter Gorges, Stuttgart
Kosten: Eintritt frei, keine Anmeldung erforderlich

Philipp Christian von Normann wurde am 25. Oktober 1756 in Stresow bei Greifswald als Sohn eines preußischen Offiziers geboren. Nach dem Tod seines Vaters 1767 wurde Normann aus familiären und finanziellen Gründen in die Obhut seines in württembergischen Diensten stehenden Onkels, des späteren Oberhofmarschalls Christian Freiherr von Behr, gegeben. Er besuchte zunächst die Pagenschule in Ludwigsburg und dann die Militärakademie auf der Solitude, die er 1778 mit Auszeichnung und Promotion verließ. Noch im selben Jahr trat er als Regierungsrat in die Dienste von Herzog Carl Eugen. Rasch machte der glänzende Jurist Karriere: 1780 übernahm er die Professur der Rechte an der Hohen Karlsschule, 1790 wurde er zum Kammerherrn, 1794 zum wirklichen Hofrichter in Tübingen ernannt; im Jahr 1800 erfolgte seine Beförderung zum Vizepräsidenten des Geheimen Regierungsrats.

Sein hervorragendes diplomatisches Geschick bewies Normann bei den Unterhandlungen, die er 1796 als Gesandter des Schwäbischen Kreises wegen der Herabsetzung der Kriegsgelder in Paris zu führen hatte, ebenso nach dem Frieden von Lunéville, als er Entschädigungen aushandelte. 1802 zum Staatsminister ernannt, übernahm Normann 1803 in dem vom nunmehrigen Kurfürsten Friedrich neu errichteten Staatsministerium den Posten des Ministers des Innern. Wegen seiner Verdienste um die Verleihung der Kurfürstenwürde an Württemberg wurde er mit Ehrenfels und anderen Gütern belehnt. Als Kurfürst Friedrich die Königswürde erhielt, erhob er 1806 Normann zum Grafen von Normann-Ehrenfels. Unter der Regierung Friedrichs spielte der Minister eine wichtige Rolle, hatte in allen bedeutenden Angelegenheiten Gutachten anzufertigen und trat energisch für eine starke Fürstengewalt ein. 1812 krankheitshalber in den Ruhestand versetzt, starb er am 26. Mai 1817 in Tübingen.

Aus Anlass seines 200-jährigen Todestages erinnert das Hauptstaatsarchiv an den einflussreichen Staatsbeamten in der Umbruchszeit. Auszüge aus Briefen und Selbstzeugnissen lassen den Menschen und Minister wie auch sein Wirken für das Haus und den Staat Württemberg anschaulich vor Augen treten.

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