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"Preisend mit viel schönen Reden" ist der Text der "Württemberg-Hymne". Welcher Dichter hat den Text verfasst?

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Geschichte und Kultur der jüdischen Gemeinden am oberen Neckar

Termin:Sonntag, 27. September 2015, 8.00-19.00 Uhr
Führung: Dr. Benigna Schönhagen (Augsburg)
Abfahrt: 8.00 Uhr, Stuttgart, Urbanstraße, bei der Württ. Landesbibliothek
Zustieg: 8.45 Uhr, Tübingen, Busbahnhof
Rückkehr: ca. 19.00 Uhr in Stuttgart
Kosten: 35,00 € pro Person (inkl. Eintritt und Führungen)

Die Exkursion folgt den Spuren jüdischen Lebens am oberen Neckar. Juden sind hier seit dem 13. Jahrhundert bezeugt, wurden aber nach den Vertreibungen am Ende des Mittelalters nur noch in reichsritterschaftlichen Territorien oder Teilen von Hohenzollern geduldet. In diesen Gebieten entwickelten sich stabile Gemeinden mit einer voll ausgebildeten Infrastruktur. Die Juden am oberen Neckar übernahmen wichtige Funktionen im Land- und Viehhandel. Einige von ihnen - wie die Hoffaktorin Madame Kaulla und der Erfolgsschriftsteller Berthold Auerbach - errangen über das Land hinaus Ansehen und Anerkennung.

Von der Vielfalt und einstigen Bedeutung der jüdischen Gemeinden am oberen Neckar zeugen ehemalige jüdische Friedhöfe ebenso wie die wenigen erhalten gebliebenen Synagogenbauten, Ritualbäder und Wohnhäuser. Die von Dr. Benigna Schönhagen, der exzellenten Kennerin der jüdischen Geschichte und Kultur und Leiterin des jüdischen Kulturmuseums Augsburg-Schwaben, geleiteten Fahrt führt uns nach Hechingen, Haigerloch, Nordstetten und Rottenburg-Baisingen.

In Hechingen wurde die 1767 erbaute Alte Synagoge - in der Reichspogromnacht im Innern zerstört - von Grund auf restauriert. Der im 17. Jahrhundert angelegte Friedhof dokumentiert mit seinen mehr als 1.200 Gräbern die lange Geschichte der einstmals großen jüdischen Gemeinde; bemerkenswert sind die Grabmäler für die Hoffaktorin Madame Kaulla und ihren Bruder. In Haigerloch ist mit dem Haag ein ganzes jüdisches Wohnviertel erhalten. Seit 1940 ghettoisierten dort die NS-Behörden württembergische Juden, bevor sie sie in die Vernichtungslager im Osten deportierten und damit das jüdische Leben am oberen Neckar auslöschten. Aus Nordstetten, heute ein Ortsteil von Horb, stammt der mit seinen "Schwarzwälder Dorfgeschichten" berühmt gewordene Schriftsteller Berthold Auerbach (1812-1882). Im Barockschloss von Nordstetten sind zwei Räume seinem Leben und literarischen Schaffen gewidmet, auf dem jüdischen Friedhof befindet sich sein Grabdenkmal.

Nach Jahrzehnten der Umnutzung und Tabuisierung werden die ehemaligen Synagogen heute als Gedenkstätten und Museen genutzt. Diese pflegen das jüdische Erbe der Region auf unterschiedliche Weise und spiegeln damit auch die verschiedenen Phasen der kollektiven Erinnerungskultur.

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