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Der Ipf, das markante Wahrzeichen Bopfingens, ist nicht nur geologisch, sondern auch historisch bedeutsam. Was befand sich einst auf seinem Plateau?

eine mittelalterliche Burg
eine keltische Stätte
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Württembergische Geschichte und nationalsozialistische Propaganda. Der Film "Jud Süß"

Termin:Dienstag, 7. Mai 2013, 17.30 Uhr
Einführung: Prof. Dr. Robert Kretzschmar (Stuttgart)
Ort: Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Vortragssaal
Kosten: Eintritt frei (Mitglieder)
5,00 € (Nichtmitglieder)

Am 4. Januar 1738 wurde Joseph Süß Oppenheimer auf dem Stuttgarter Galgenberg hingerichtet - ein Justizmord, mit dem ein in jeder Hinsicht fragwürdiger Kriminalprozess seinen Abschluss fand. Der 275. Todestag des herzoglichen Finanzberaters und die Uraufführung des Stücks "Der Kaufmann von Stuttgart" von Joshua Sobol im Alten Schauspielhaus in Stuttgart geben dieses Jahr Anlass, sich auch mit dem Missbrauch des Stoffes im Nationalsozialismus zu beschäftigen.

Der Württembergische Geschichts- und Altertumsverein zeigt den abscheulichen antisemitischen Hetzfilm "Jud Süß" aus dem Jahre 1940, der bis heute nur unter Auflagen vorgeführt werden darf. Joseph Goebbels hatte ihn in Auftrag gegeben und die Produktion nicht nur mit Interesse begleitet, sondern auch persönlich darauf Einfluss genommen. Uraufgeführt wurde der Film am 5. September 1940 in Venedig; bis 1943 fand er 20,3 Millionen Zuschauer. Regie hatte Veit Harlan geführt, gegen den 1948 deswegen vom Oberstaatsanwalt beim Landgericht Hamburg Anklage erhoben wurde, "als Beihelfer bei der Begehung von Verbrechen gegen die Menschlichkeit aus rassischen Gründen mitgewirkt und mit der Planung solcher Verbrechen im Zusammenhang gestanden zu haben".

Der historische Stoff, den u. a. auch schon Wilhelm Hauff und Lion Feuchtwanger literarisch verarbeitet hatten, wurde im Nationalsozialismus mehrfach für die antisemitische Propaganda aufgegriffen, so auch vom Stuttgarter NS-Kurier 1936 - Geschichtsfälschung im Dienste des NS-Staats.

Einführende Erläuterungen zu dem Film gibt Prof. Dr. Robert Kretzschmar, der Präsident des Landesarchivs Baden-Württemberg. Er wird auch kurz auf die authentische Überlieferung und vor allem die Kriminalprozessakten eingehen, die im Hauptstaatsarchiv Stuttgart - dem Ort der Vorführung - liegen.

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